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fml 2/2010, Editorial

Warum autofahrende Affen nicht sprechen?

 

Da fragte mich neulich jemand, wieso eigentlich Affen nichts reden, obwohl sie doch das beinahe identische Sprachen hätten, wie der Mensch. Die Frage kam nicht von Irgendwem, dem ich salopp hätte antworten können – nein, die Frage stellte die Wissenschaft selbst, per Zeitung: Warum sprechen Affen nicht? Ja mei, antwortete ich mir selbst, wenn ich das wüsste!
So geht das nun schon einige Zeit. Seit die Wissenschaft nicht mehr Teil der Kultur ist, sondern die Welt erkundet, um Sachen zu finden, mit denen sich die Wirtschaft ankurbeln lässt, überschwemmen uns die Erkenner mit Erkenntnissen, in denen sie nichts erkennen können, weil sie vor lauter Forscherei vergesssen haben, was sie erkennen wollten.

Fragen nach Sinn wirft das auf? Nein, wir haben doch gar keine Zeit, uns was zu fragen, weil die Wissenschaft uns unablässig mit Halbantworten belästigt, die immerzu neue Fragen aufwerfen. Zum Beispiel weiß man jetzt, dass die Erkenntnis, Menschen deren Ringfinger länger ist als der Zeigefinger, gingen „öfter” fremd, auch auf den Steppenpavian zutrifft. Der hat von Haus aus einen längeren Ringfinger und ist, was eheliche Treue angeht, sozusagen falsch abgebogen auf der „Moralstrasse”: er legt alles flach, was ihm in den Weg kommt und pfeift auf moralische Bedenken, wie sie offenbar Orang-Utans hegen. Und was bringt uns das? Nichts. Anstatt Sinvolles zu tun, vermesse ich meine Hände: Holla! Links fast ein Zentimeter, rechts immerhin ein Dreiviertel! Und grüble, ob ich demnach mit dem Pavian näher verwandt bin und ob ich das potentiellen Bettpartnerinnen lieber gleich im Taxi mitteilen soll.

Schon prasselt der Erkenntnissturm weiter auf mich ein: Herzinfarkte gab es schon im alten Ägypten, Ges-tensprache wird in der selben Hirnregion verarbeitet wie Sprachgene. Frauen, die bei einem Hilfsdienst anrufen, bleiben durchschnittlich 32 Prozent länger am Telefon, als Männer. Von denen wiederum schauen nur 36 Prozent in die Gebrauchsanleitung, bevor sie die Hotline anrufen... Da zerknülle ich den Infobrei, raufe mir die Haare und stelle mir vor, wie Milliarden Menschen mit leuchtenden Augen ausrufen: Aha! Aha! Toll, dass wir das erfahren durften!

Manchmal ist Forschung aber wirklich zu was gut und nützlich! Da meldete die Allianz Deutschland AG den Abschluss einer Studie zum Thema „Ökobilanz Autoreparatur”. In der Zusammenfassung und im Ergebnis kommt man in der Studie zu dem Schluss: in allen Bereichen und für fast alle Wirkungskategorien zeigt die Reparatur gegenüber dem Neu- und dem Gebrauchtteileeinbau deutlich, messbare Vorteile. Der Gebrauchtteileeinbau ist fast immer günstiger als der Neuteileeinbau.

Besonders große Beiträge zu den Umweltbelastungen resultieren aus Lackierprozessen, dort vor allem aus dem Kabinenbetrieb. Bereitstellung und Aufbringung der Lacke haben demgegenüber geringere Bedeutung. In Lackierverfahren, die keine Kabine benötigen, liegen große Optimierungspotentiale.

Reparatur hat also Vorfahrt! Reparatur ist umweltfreundlich, vorausgesetzt, es wird nach dem Stand der Technik repariert. Wenn wir dazu die Ergebnisse einer Nielsen-Umfrage addieren, in denen mehr als drei Viertel aller befragten Auto-fahrer die fachgerechte Reparatur als umweltfreundlicher einstufen und sie der Erneuerung vorziehen, dann legt das doch den eindeutigen Trend nahe: Auch in unserer Branche ist das Umweltbewusstsein angekommen!

Starke Argumente um das Vertrauen der Privatkunden zu gewinnen und starke Argumente, um sich noch erfolgreicher an unserer Aktion „Werkstatt des Vertrauens Lack & Karosserie 2011” zu beteiligen.

Also: Auf geht’s!
Herzlich, Ihr
Wolfgang Auer


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